Besondere Bedingungen für Wohnflächenberechnungen

Wohnflächenberechnungen nach der im jeweiligen Auftrag vereinbarten Berechnungsgrundlage, insbesondere der Wohnflächenverordnung (WoFlV) oder einem vereinbarten DIN-Standard

Stand: Oktober 2026

Geltung und Vorrang

  1. Diese Besonderen Bedingungen gelten ausschließlich gegenüber Unternehmern im Sinne des § 14 BGB, Kaufleuten, juristischen Personen des öffentlichen Rechts und öffentlich-rechtlichen Sondervermögen.
  2. Sie ergänzen die bei Vertragsschluss wirksam einbezogenen Allgemeinen Geschäftsbedingungen der 45info GmbH – immoviewer in der für den jeweiligen Vertrag maßgeblichen Fassung. Bei Widersprüchen gehen diese Besonderen Bedingungen für Leistungen der Wohnflächenberechnung vor. Individuelle Vereinbarungen im Auftrag haben Vorrang. Spätere Änderungen der Allgemeinen Geschäftsbedingungen oder dieser Besonderen Bedingungen gelten für bestehende Vertragsverhältnisse nur nach Maßgabe der hierfür vereinbarten oder gesetzlich zulässigen Änderungsregelungen.
  3. Vertragspartner des Auftraggebers bleibt die 45info GmbH – immoviewer, Karl-Liebknecht-Straße 21–22, 14482 Potsdam. Die allgemeinen Regelungen zu Vertragsschluss, Preisen, Zahlung, Mängelrechten, Haftung, Datenschutz und Gerichtsstand ergeben sich aus den Allgemeinen Geschäftsbedingungen, soweit nachfolgend nichts Abweichendes geregelt ist.

Stornierung

Abweichend von § 4 Ziffer 3 der Allgemeinen Geschäftsbedingungen der 45info GmbH – immoviewer gelten für die Stornierung von Leistungen der Wohnflächenberechnung die Regelungen in § 4 Ziffern 1 und 2 der Allgemeinen Geschäftsbedingungen entsprechend, soweit im jeweiligen Auftrag keine abweichende individuelle Vereinbarung getroffen ist.

Übersicht der Verantwortungsbereiche

RolleVerantwortung
1. Auftraggeber (§ 2)Vollständige und ordnungsgemäße Objektaufnahme, korrekte Ausgangsdaten, Anbringen des Referenzmaßes, Zutritt und Sichtfreiheit.
2. immoviewer (§ 3)Technische Datenverarbeitung, Systembetrieb, mathematische Umsetzung der Fachregeln, Vorprüfung auf Unplausibilitäten.
3. Fachprüfer (§ 4)Eigenverantwortliche fachliche Prüfung nach der im Auftrag vereinbarten Berechnungsgrundlage, Einordnung von Flächen und Höhenzonen, Freigabe und ggf. Stempelung.

§ 1 Leistungsgegenstand und Funktionstrennung

  1. Gegenstand des Vertrages ist die rechnerische Ermittlung und Dokumentation von Wohnflächen anhand der vom Auftraggeber digital übermittelten Kameraaufnahmen und Ausgangsinformationen nach der im jeweiligen Auftrag vereinbarten Berechnungsgrundlage, insbesondere der Wohnflächenverordnung (WoFlV), einem vereinbarten DIN-Standard oder einem vereinbarten ÖNORM-Standard. Das Flächenberechnungsprodukt ist eine aus mehreren abgegrenzten Leistungsbeiträgen zusammengesetzte vertragliche Leistung. Der Auftraggeber stellt durch die ordnungsgemäße Objektaufnahme die tatsächliche Datengrundlage bereit. immoviewer ermittelt und verarbeitet daraus technisch die Messdaten und setzt die freigegebenen fachlichen Regeln mathematisch um. Ein von immoviewer beauftragter Fachprüfer übernimmt die fachliche Prüfung nach der vereinbarten Berechnungsgrundlage sowie die Freigabe und, soweit ausdrücklich beauftragt und rechtlich zulässig, die Stempelung der konkret bezeichneten Ergebnisversion.
  2. immoviewer bleibt Vertragspartner des Auftraggebers. Die nachfolgenden Regelungen grenzen den geschuldeten Leistungsumfang, die Mitwirkungspflichten und die für die Fehlerursache maßgeblichen Verantwortungsbereiche ab.
  3. Maßgeblich ist die im jeweiligen Auftrag ausdrücklich bezeichnete Fassung der vereinbarten Berechnungsgrundlage. Ist eine Fassung nicht bezeichnet, gilt die bei Vertragsschluss aktuelle Fassung. Änderungen der Berechnungsgrundlage nach Vertragsschluss werden nur berücksichtigt, wenn die Parteien dies ausdrücklich vereinbaren.
  4. Werden im Auftrag mehrere Berechnungsgrundlagen bezeichnet, ist zugleich festzulegen, welche Berechnungsgrundlage für die jeweilige Fläche oder Auswertung maßgeblich ist. Fehlt eine eindeutige Zuordnung oder widersprechen sich die bezeichneten Berechnungsgrundlagen, setzt immoviewer die Bearbeitung bis zur Klarstellung durch den Auftraggeber aus. Eine eigenständige Auswahl der anzuwendenden Berechnungsgrundlage durch immoviewer ist nicht geschuldet.
  5. Eine eigenständige Vor-Ort-Vermessung oder Überprüfung der tatsächlichen Objektmaße vor Ort durch immoviewer oder den beauftragten Fachprüfer ist nicht Bestandteil der vertraglich geschuldeten Leistung, sofern dies nicht ausdrücklich gesondert vereinbart wurde. Die Berechnung erfolgt ausschließlich auf Grundlage der vom Auftraggeber bereitgestellten digitalen Aufnahmen, Referenzmaße und Ausgangsinformationen.

§ 2 Verantwortungsbereich des Auftraggebers – Objektaufnahme und Ausgangsinformationen

  1. Der Auftraggeber ist für die vollständige, ordnungsgemäße und wahrheitsgemäße Aufnahme des gesamten vertragsgegenständlichen Objekts sowie für sämtliche von ihm bereitgestellten Ausgangsinformationen verantwortlich. Dies umfasst insbesondere die vollständige Erfassung aller Räume, Raumgrenzen, Ecken, Nischen, Vorsprünge, Pfeiler, Treppen, Tür- und Fensteröffnungen, Dachschrägen, lichten Höhen, Höhenzonen, Balkone, Loggien, Terrassen und sonstigen für die Berechnung relevanten Flächen oder Bauteile.
  2. Der Auftraggeber hat die von immoviewer vorgegebenen Aufnahmehinweise einzuhalten, insbesondere Vorgaben zum Abstand, zur Kameraführung, zur Sichtbarkeit der Raumgeometrie sowie zur Vermeidung von Verdeckungen und nicht erfassten Bereichen. Das von immoviewer vorgegebene Referenzmaß ist bei jeder für die Wohnflächenberechnung verwendeten Objektaufnahme zwingend vollständig sichtbar, lagerichtig und entsprechend den Aufnahmehinweisen zu platzieren und zu verwenden. Ohne ordnungsgemäß verwendetes Referenzmaß ist die betreffende Aufnahme keine vollständige und technisch verwertbare Datengrundlage und darf nicht zur Berechnung eingereicht werden. Der Auftraggeber hat außerdem für Zutritt, Beleuchtung, Sichtfreiheit und die erforderlichen Zustimmungen der Berechtigten zu sorgen.
  3. Der Auftraggeber muss vor Übermittlung kontrollieren, ob das richtige Objekt und sämtliche vertragsgegenständlichen Bereiche vollständig aufgenommen wurden. Bekannte Besonderheiten, Abweichungen, unzugängliche oder verdeckte Bereiche sowie Unsicherheiten sind eindeutig zu kennzeichnen. Pläne, Flächenangaben oder sonstige Unterlagen sind dem richtigen Objekt und Geschoss eindeutig zuzuordnen.
  4. Der Auftraggeber stellt sicher, dass die Objektaufnahme und die Übermittlung der dabei erfassten Bild-, Mess- und Objektdaten rechtlich zulässig sind und die erforderlichen Einwilligungen, Genehmigungen oder sonstigen Berechtigungen vorliegen. Personenbezogene oder für die Berechnung nicht erforderliche Inhalte sind nach Möglichkeit vor der Aufnahme zu entfernen, zu verdecken oder nicht zu erfassen. Die datenschutzrechtlichen Regelungen der Allgemeinen Geschäftsbedingungen und einer etwaig geschlossenen Vereinbarung zur Auftragsverarbeitung bleiben unberührt.
  5. Fehler oder Abweichungen, die auf einer unvollständigen oder fehlerhaften Aufnahme, einem fehlenden oder falsch verwendeten Referenzmaß, einer Nichteinhaltung der Aufnahmevorgaben, verdeckten oder nicht aufgenommenen Bereichen oder unrichtigen Ausgangsinformationen beruhen, fallen in den Verantwortungsbereich des Auftraggebers, soweit immoviewer oder der Fachprüfer sie bei Erfüllung der jeweils geschuldeten Prüfpflichten nicht erkennen musste.

§ 3 Verantwortungsbereich von immoviewer – technische Ermittlung, Datenverarbeitung und Mathematik

  1. immoviewer verantwortet die vertragsgemäße technische Ermittlung und Verarbeitung der aus der Kundenaufnahme gewonnenen Mess- und Objektdaten sowie deren eindeutige Zuordnung, Übertragung und mathematisch richtige Umsetzung. Dies umfasst insbesondere die eingesetzten Mess- und Verarbeitungssysteme, Datenzuordnung, Schnittstellen, Programmierung, Algorithmen, Rechenoperationen, Einheiten, Rundungen, Dokumentenerzeugung, Systembetrieb und Versionsführung.
  2. immoviewer setzt die vom Fachprüfer vorgegebenen oder freigegebenen fachlichen Regeln und Anrechnungsfaktoren technisch unverändert und nachvollziehbar um. Änderungen an prüfungsrelevanten Daten, Regeln oder Ergebnissen nach der fachlichen Freigabe erfordern eine neue fachliche Prüfung und Freigabe.
  3. immoviewer prüft die Daten abweichend von den allgemeinen Regelungen zur ungeprüften Verarbeitung auftraggeberseitig bereitgestellter Informationen im Rahmen des technischen Verarbeitungsprozesses ausschließlich auf erkennbare Übertragungsfehler, Widersprüche, Lücken und unplausible Ergebnisse. Erkennt immoviewer dabei, dass Aufnahmen oder Ausgangsinformationen offensichtlich unvollständig, widersprüchlich oder technisch nicht verwertbar sind, weist immoviewer den Auftraggeber hierauf hin und setzt die Bearbeitung bis zum vollständigen und technisch verwertbaren Eingang der erforderlichen Ergänzung oder Korrektur aus. immoviewer erbringt insoweit ausschließlich IT-, Datenerfassungs-, Datenverarbeitungs- und mathematische Umsetzungsleistungen. Eine Verpflichtung zur Vor-Ort-Besichtigung oder Vor-Ort-Nachmessung oder zur Erkennung nicht sichtbarer oder nicht aufgenommener Bereiche besteht nicht. immoviewer schuldet keine Architekten- oder Ingenieurleistungen, insbesondere keine Leistungen der Objekt- oder Bauplanung, Konstruktion, Bauüberwachung oder sonstige Leistungen des Hochbaus im Sinne der HOAI.

§ 4 Verantwortungsbereich des Fachprüfers – fachliche Prüfung, Freigabe und Stempelung

  1. Der Fachprüfer prüft die von immoviewer bereitgestellten Unterlagen und Berechnungsergebnisse vollständig im vereinbarten fachlichen Umfang. Dies umfasst insbesondere die Anwendung und Auslegung der vereinbarten Berechnungsgrundlage, die Einordnung und Anrechenbarkeit von Räumen und Flächen, Dachschrägen, Raumhöhen und Höhenzonen, Balkonen, Loggien, Terrassen, Treppen, Nischen, Pfeilern und sonstigen Sonderflächen sowie die fachliche Richtigkeit der angewandten Regeln und Anrechnungsfaktoren.
  2. Der Fachprüfer dokumentiert fachliche Beanstandungen und erteilt die Freigabe oder Stempelung erst nach deren Klärung. Er muss erkennbare Lücken, Widersprüche und unplausible Messwerte beanstanden; eine Vor-Ort-Nachmessung gehört ohne ausdrücklichen Einzelauftrag nicht zu seinem Leistungsumfang.
  3. Eine Freigabe oder Stempelung gilt ausschließlich für die eindeutig bezeichnete Objekt-ID und Ergebnisversion. Die fachliche Prüfung wird eigenverantwortlich durch den hierfür beauftragten Fachprüfer erbracht und ist von den technischen Leistungen von immoviewer getrennt. Eine Stempelung ist keine behördliche, hoheitliche, katasterrechtliche oder bauordnungsrechtliche Bestätigung.

§ 5 Prüf- und Freigabeprozess

  1. Offensichtliche Lücken, Widersprüche oder offene fachliche Beanstandungen sperren die weitere Bearbeitung oder Auslieferung bis zu ihrer Klärung. Der Auftraggeber hat angeforderte Ergänzungen oder neue Aufnahmen vollständig und innerhalb angemessener Frist bereitzustellen.
  2. Nur die unveränderte, fachlich freigegebene Version darf als fachlich geprüft oder gestempelt ausgegeben werden. Jede nachträgliche Änderung prüfungsrelevanter Daten oder Berechnungen hebt die Freigabe auf.
  3. Beruhen erforderliche Ergänzungen, neue Aufnahmen oder eine erneute Bearbeitung auf einer vom Auftraggeber zu vertretenden unvollständigen, fehlerhaften oder technisch nicht verwertbaren Datengrundlage, darf immoviewer den hierdurch entstehenden zusätzlichen Aufwand nach vorheriger Mitteilung und Freigabe durch den Auftraggeber zu den vereinbarten, hilfsweise zu den bei Beauftragung geltenden Vergütungssätzen abrechnen. Gesetzliche Mängelrechte wegen einer von immoviewer zu vertretenden Pflichtverletzung bleiben unberührt.
  4. immoviewer dokumentiert im technisch zumutbaren Umfang die maßgeblichen Eingaben, Regeln, Bearbeitungsversionen, Beanstandungen, Freigaben und die ausgelieferte Ergebnisversion.
  5. Die für die Nachvollziehbarkeit der ausgelieferten Ergebnisversion maßgeblichen Eingaben, Bearbeitungsversionen, Beanstandungen und Freigaben werden für die im jeweiligen Auftrag vereinbarte Dauer gespeichert. Fehlt eine Vereinbarung, gelten die gesetzlichen Aufbewahrungs- und Löschpflichten sowie die Regelungen der Allgemeinen Geschäftsbedingungen und der anwendbaren Datenschutzvereinbarungen. Eine darüberhinausgehende dauerhafte Archivierung ist nicht geschuldet.

§ 6 Verantwortlichkeit und Haftung

  1. Die Verantwortlichkeit richtet sich nach der Ursache des Fehlers und dem vorstehend abgegrenzten Verantwortungsbereich. Der Auftraggeber verantwortet die Objektaufnahme und seine Ausgangsinformationen; immoviewer verantwortet die technische Ermittlung, Datenverarbeitung und mathematische Umsetzung; der Fachprüfer verantwortet die fachliche Prüfung nach der im Auftrag vereinbarten Berechnungsgrundlage sowie die von ihm erteilte Freigabe oder Stempelung.
  2. Für Fehler außerhalb des eigenen Verantwortungsbereichs besteht keine Verantwortung, wenn der Fehler trotz ordnungsgemäßer Erfüllung der geschuldeten Prüf- und Hinweispflichten nicht erkennbar war. Wer einen Fehler aus einem anderen Verantwortungsbereich bei Anwendung der eigenen geschuldeten Sorgfalt erkennen musste, muss ihn anzeigen und darf auf seiner Grundlage nicht weiterarbeiten oder freigeben.
  3. Die Haftung von immoviewer richtet sich nach § 9 der wirksam einbezogenen Allgemeinen Geschäftsbedingungen der 45info GmbH – immoviewer. Die in diesen Besonderen Bedingungen geregelte Aufteilung der Verantwortungsbereiche ist bei der Bestimmung der Pflichtverletzung und der Fehlerursache zu berücksichtigen.
  4. immoviewer haftet für schuldhafte Pflichtverletzungen im eigenen Verantwortungsbereich, insbesondere bei Fehlern der technischen Messdatenermittlung, Datenverarbeitung, Datenzuordnung, Übertragung oder mathematischen Umsetzung. Soweit ein Schaden durch Fehler im Verantwortungsbereich des Auftraggebers mitverursacht wurde, richten sich Verantwortlichkeit und Schadensumfang nach den gesetzlichen Mitverschuldensregeln; die Haftungsregelungen der wirksam einbezogenen Allgemeinen Geschäftsbedingungen bleiben unberührt.
  5. Der Einsatz eines Fachprüfers lässt die gesetzliche Verantwortlichkeit von immoviewer gegenüber dem Auftraggeber unberührt. Die interne Haftungs- und Regressverteilung zwischen immoviewer und dem Fachprüfer richtet sich nach dem gesonderten Vertrag.

§ 7 Verwendungszweck und Leistungsgrenzen

  1. Berechnungsgrundlage und vorgesehener Verwendungszweck ergeben sich aus dem jeweiligen Auftrag. Das Flächenberechnungsprodukt ist keine Vermessungsleistung eines öffentlich bestellten Vermessungsingenieurs, keine Architekten- oder Ingenieurleistung des Hochbaus, keine Bauplanung, keine Ausführungs- oder Genehmigungsplanung, keine Bauüberwachung, keine statische oder bauordnungsrechtliche Prüfung und keine Verkehrswertermittlung.
  2. Eine Verwendung für einen anderen als den vereinbarten Zweck erfolgt auf Verantwortung des Auftraggebers. Gesetzliche Rechte wegen eines Mangels der für den vereinbarten Zweck geschuldeten Leistung bleiben unberührt.
  3. immoviewer übernimmt keine Bauvorlageberechtigung und reicht keine Anträge, Bauvorlagen oder sonstigen genehmigungsrelevanten Unterlagen bei Behörden ein. Soweit für einen vom Auftraggeber beabsichtigten behördlichen Zweck eine Architekten- oder Ingenieurleistung, eine Bauvorlageberechtigung oder eine behördlich anerkannte Erklärung erforderlich ist, ist diese nicht Bestandteil des Flächenberechnungsprodukts und gesondert durch eine hierzu gesetzlich berechtigte Person zu beauftragen.
  4. Das Ergebnisdokument weist die im jeweiligen Auftrag vereinbarte Berechnungsgrundlage, insbesondere die Wohnflächenverordnung (WoFlV), den vereinbarten DIN-Standard oder den vereinbarten ÖNORM-Standard und Ergebnisversion eindeutig aus. Die Berechnung basiert auf den vom Auftraggeber bereitgestellten Aufnahmen, Referenzmaßen und Ausgangsinformationen und umfasst keine eigenständige Vor-Ort-Vermessung oder Überprüfung der tatsächlichen Objektmaße vor Ort.
  5. Flächenangaben werden nach den Vorgaben der vereinbarten Berechnungsgrundlage und den im Ergebnisdokument ausgewiesenen Einheiten und Rundungsregeln berechnet. Rundungsdifferenzen und methodisch bedingte Abweichungen, die sich innerhalb der Vorgaben der vereinbarten Berechnungsgrundlage und der eingesetzten technischen Mess- und Verarbeitungsmethode bewegen, stellen keinen Mangel dar. Die Haftung für fehlerhafte technische Messdatenermittlung, Datenverarbeitung oder mathematische Umsetzung bleibt unberührt.

§ 8 Prüfung durch den Auftraggeber nach Lieferung

  1. Der Auftraggeber prüft nach Lieferung unverzüglich, ob das Ergebnis dem richtigen Objekt und der richtigen Version zugeordnet ist, sämtliche aufzunehmenden Räume und Geschosse enthält und die von ihm mitgeteilten Objektangaben richtig wiedergibt. Offensichtliche Abweichungen sind innerhalb von 14 Kalendertagen nach Lieferung in Textform und unter nachvollziehbarer Beschreibung der Abweichung anzuzeigen. Für die Rechtsfolgen einer unterlassenen oder verspäteten Anzeige sowie für sonstige Mängel gelten § 8 der wirksam einbezogenen Allgemeinen Geschäftsbedingungen der 45info GmbH – immoviewer und, soweit einschlägig, § 377 HGB.
  2. Diese Prüfungspflicht verlagert weder die technische Verantwortung von immoviewer noch die fachliche Verantwortung des Fachprüfers auf den Auftraggeber.
  3. Die unentgeltliche Nacherfüllung umfasst ausschließlich die Beseitigung von Mängeln der vereinbarten Leistung. Nachträgliche Änderungen der vom Auftraggeber bereitgestellten Objektangaben, Aufnahmen, Pläne, Berechnungsgrundlagen oder des vorgesehenen Verwendungszwecks sowie zusätzliche Darstellungs- oder Auswertungswünsche gelten als gesondert zu beauftragende Leistungen. immoviewer teilt dem Auftraggeber den voraussichtlichen Zusatzaufwand vor Beginn der Bearbeitung mit.

§ 9 Digitale Übermittlung und Leistungsfristen

  1. Der Auftraggeber übermittelt die Aufnahmen, Ausgangsdaten und ergänzenden Unterlagen ausschließlich über die von immoviewer vorgesehenen digitalen Übermittlungswege. Die Berechnung und die dazugehörigen Unterlagen werden ausschließlich digital bereitgestellt.
  2. Eine vereinbarte Bearbeitungs- oder Lieferfrist beginnt erst, wenn immoviewer sämtliche für die Leistung erforderlichen Aufnahmen, Ausgangsdaten und Unterlagen vollständig und technisch verwertbar erhalten hat. Fordert immoviewer wegen unvollständiger, widersprüchlicher oder technisch ungeeigneter Daten Ergänzungen, Korrekturen oder neue Aufnahmen an, ist der Fristlauf bis zu deren vollständigem und verwertbarem Eingang gehemmt; ab diesem Zeitpunkt beginnt die vereinbarte Bearbeitungsfrist neu. Verbindliche Liefertermine bedürfen einer ausdrücklichen Bestätigung in Textform.

§ 10 Nutzungsrechte am Berechnungsergebnis

  1. Nach vollständiger Zahlung erhält der Auftraggeber ein einfaches, nicht ausschließliches und im Übrigen nicht übertragbares Recht, das Berechnungsergebnis für die Vermarktung, Vermietung und Verwaltung des im Auftrag eindeutig bezeichneten Objekts zu nutzen. Er darf das Berechnungsergebnis zu diesen Zwecken an unmittelbar am konkreten Objekt beteiligte Eigentümer, Kauf- oder Mietinteressenten, Finanzierungsinstitute, Versicherer, Behörden und sonstige Berater weitergeben; hierdurch werden diesen Personen keine selbstständigen Nutzungsrechte eingeräumt.
  2. Eine isolierte gewerbliche Weiterveräußerung, Unterlizenzierung oder Verwendung des Berechnungsergebnisses als Vorlage für andere Objekte ist unzulässig. Gesetzlich zwingende Rechte und die im Auftrag ausdrücklich vereinbarte Nutzung bleiben unberührt.

§ 11 Referenzmaß und gesonderte Kosten

Das von immoviewer vorgegebene Referenzmaß ist für jede zur Wohnflächenberechnung verwendete Objektaufnahme zwingend entsprechend den Aufnahmehinweisen zu verwenden. Es wird gesondert zu dem im Angebot oder Bestellprozess ausgewiesenen Nettopreis zuzüglich gesetzlicher Umsatzsteuer berechnet. Versand- oder Bereitstellungskosten werden, sofern sie anfallen, vor der Bestellung ausgewiesen.

§ 12 Freistellung bei kundenverursachten Drittansprüchen

  1. Der Auftraggeber stellt immoviewer von berechtigten Ansprüchen Dritter einschließlich der erforderlichen und angemessenen Kosten der Rechtsverteidigung frei, soweit diese Ansprüche auf einer vom Auftraggeber zu vertretenden Verletzung seiner Pflichten aus diesen Besonderen Bedingungen beruhen, insbesondere auf unvollständigen oder fehlerhaften Aufnahmen, einem fehlenden oder falsch verwendeten Referenzmaß oder unrichtigen Ausgangsinformationen.
  2. immoviewer informiert den Auftraggeber unverzüglich über den Anspruch und gibt ihm, soweit dies unter Berücksichtigung des Versicherungsschutzes und der Interessen von immoviewer zumutbar ist, Gelegenheit zur Mitwirkung an der Abwehr. Ein Mitverschulden von immoviewer oder eines von immoviewer eingesetzten Erfüllungsgehilfen ist angemessen zu berücksichtigen.

Schlussregelung

Sollten einzelne Bestimmungen dieser Besonderen Bedingungen ganz oder teilweise unwirksam oder undurchführbar sein oder werden, bleibt die Wirksamkeit der übrigen Bestimmungen unberührt. An die Stelle der unwirksamen oder undurchführbaren Bestimmung treten die gesetzlichen Vorschriften.

Stand: Oktober 2026

Dokumentation der wesentlichen Änderungen

  1. Anwendungsbereich: Die Besonderen Bedingungen wurden über die WoFlV hinaus auf die im Auftrag vereinbarte Berechnungsgrundlage, insbesondere DIN- und ÖNORM-Standards, erweitert. Titel, Leistungsgegenstand, Fachprüfung, Haftungszuordnung und Ergebnisdokumentation wurden entsprechend harmonisiert.
  2. Einbeziehung und Rangfolge: Die maßgebliche Fassung der ergänzend geltenden Haupt-AGB, der Vorrang dieser Besonderen Bedingungen bei Widersprüchen sowie die Voraussetzungen späterer Änderungen wurden präzisiert. Anbieterbezeichnung und Anschrift wurden vereinheitlicht.
  3. Stornierung: Der zirkuläre Verweis zwischen Haupt-AGB und Besonderen Bedingungen wurde beseitigt. Für Wohnflächenberechnungen gelten nun ausdrücklich die allgemeinen Stornierungsregelungen gemäß § 4 Ziffern 1 und 2 der Haupt-AGB entsprechend, soweit keine individuelle Abrede besteht.
  4. Leistungsgegenstand und Funktionstrennung: Die tatsächliche Datengrundlage des Auftraggebers, die technische Messdatenermittlung und Verarbeitung durch immoviewer sowie die eigenverantwortliche fachliche Prüfung und Freigabe durch den Fachprüfer wurden als getrennte Leistungs- und Verantwortungsbereiche präzisiert.
  5. Prüf- und Freigabeprozess: Es wurde klargestellt, dass Freigabe und Stempelung nur für die eindeutig bezeichnete Objekt-ID und Ergebnisversion gelten und jede nachträgliche Änderung prüfungsrelevanter Daten oder Berechnungen eine erneute fachliche Prüfung und Freigabe erfordert.
  6. Verantwortungs- und Prüfbereiche: Die Rollen von Auftraggeber, immoviewer und Fachprüfer wurden standardneutral abgegrenzt. Die technische Plausibilitätsprüfung von immoviewer wurde als begrenzte produktspezifische Ausnahme zur grundsätzlich ungeprüften Verarbeitung von Kundendaten gekennzeichnet.
  7. Mängel und Haftung: Die 14-tägige Prüffrist wurde mit § 8 der Haupt-AGB und § 377 HGB abgestimmt. Bei Mitverursachung durch den Auftraggeber gelten die gesetzlichen Mitverschuldensregeln; die Haftungsregelungen der Haupt-AGB bleiben unberührt.
  8. Verwendungszweck und Leistungsgrenzen: Der vereinbarte Verwendungszweck wurde hervorgehoben und das Flächenberechnungsprodukt ausdrücklich von Vermessungs-, Architekten-, Ingenieur-, Bauplanungs-, Genehmigungs- und behördlichen Leistungen abgegrenzt.
  9. Nutzungsrechte: Die zulässige objektbezogene Weitergabe des Berechnungsergebnisses wurde klar von einer unzulässigen Übertragung oder Unterlizenzierung abgegrenzt.
  10. Fassungsstand: Der Hinweis auf eine wortlautgetreue Wiedergabe der veröffentlichten September-Fassung wurde durch einen Hinweis auf die überarbeitete und mit den Haupt-AGB abgestimmte Fassung ersetzt. Der Stand wurde auf Oktober 2026 aktualisiert.
  11. Berechnungsgrundlagen: Die maßgebliche zeitliche Fassung der vereinbarten Berechnungsgrundlage wurde bestimmt. Für Aufträge mit mehreren Berechnungsgrundlagen wurden deren eindeutige Zuordnung sowie die Aussetzung der Bearbeitung bis zur Klarstellung widersprüchlicher Vorgaben geregelt. Der Behördenbezug wurde territorial erweitert.
  12. Aufnahmerechte und Datenschutz: Die Verantwortung des Auftraggebers für die rechtliche Zulässigkeit der Objektaufnahme und Datenübermittlung sowie für erforderliche Einwilligungen, Genehmigungen und sonstige Berechtigungen wurde ausdrücklich geregelt. Nicht erforderliche personenbezogene Inhalte sollen nach Möglichkeit nicht erfasst werden.
  13. Nachbearbeitung und Änderungswünsche: Die Kostenfolgen einer vom Auftraggeber verursachten Nachbearbeitung wurden geregelt. Außerdem wurde die unentgeltliche Nacherfüllung von nachträglichen Änderungen der Ausgangsdaten, Berechnungsgrundlagen, Verwendungszwecke sowie zusätzlichen Darstellungs- und Auswertungswünschen abgegrenzt.
  14. Aufbewahrung und Nachweis: Die Speicherung der für die Nachvollziehbarkeit der Ergebnisversion maßgeblichen Eingaben, Bearbeitungsversionen, Beanstandungen und Freigaben wurde an die im Auftrag vereinbarte Dauer sowie ergänzend an gesetzliche, vertragliche und datenschutzrechtliche Aufbewahrungs- und Löschpflichten angebunden.
  15. Mess- und Ergebnisqualität: Einheiten und Rundungsregeln sind im Ergebnisdokument auszuweisen. Zulässige Rundungsdifferenzen und methodisch bedingte Abweichungen innerhalb der vereinbarten Berechnungsgrundlage und der eingesetzten Mess- und Verarbeitungsmethode wurden von technischen oder mathematischen Fehlern abgegrenzt.